Mundhygiene in der Pflege

Untersuchungen bestätigen immer wieder, dass der mundgesundheitliche Zustand pflegebedürftiger Menschen sowie Menschen mit Beeinträchtigung um ein vielfaches schlechter ist, als beim Durchschnitt der Bevölkerung. Häufig werden sogar Zusammenhänge zwischen lebensbedrohlichen Erkrankungen und dem Mundgesundheitsstatus festgestellt. In vielfachen Gesprächen mit in der Pflege tätigem Personal, zählt die Bedeutung der Mundhygiene offensichtlich zu den Kernthemen, in denen vielfach großes Verbesserungspotenzial besteht.

Aus diesem Grund ist es wichtig, mit Therapeuten sowie Angehörigen die individuell richtigen und effizienten Maßnahmen zum Erhalt einer guten Mundgesundheit zu besprechen.

In enger Abstimmung mit Europäischen Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit e.V. hat dental-specialist deshalb die Initiative DGPMP-Deutsche Gesellschaft für präventive Mundhygiene in der Pflege gegründet.

emmi®-dent CARE ist ein von uns initiiertes Zahnpflegesystem der Firma emmi-ultrasonic, welches weltweit als Erstes mit dem EURECERT Gütesiegel für Barrierefreiheit ausgezeichnet wurde.

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Die aktuelle Situation der Mundhygiene in der Pflege

Ältere­ Menschen­ mit­ Pflegebedarf­ weisen ­eine schlechtere Zahn- und Mundgesundheit auf als die gesamte Altersgruppe der älteren Senioren (75- bis 100-Jährige). Dieses wichtige Ergebnis der DMS V bedeutet, dass künftig ein besonderes Augenmerk der zahnärztlichen Prävention und Therapie auf Menschen ­mit ­Pflegebedarf bzw. die Mundhygiene in der Pflege ­gelegt­ werden ­muss.

Aktuell schlechtere Mundgesundheit bei Menschen mit Pflegebedarf

Besonder ältere ­Menschen ­mit­ Pflegebedarf­ haben ­eine­ höhere Karieserfahrung (24,5 vs. 21,6 DMF- Zähne) und weniger eigene Zähne (22,4 vs. 17,8 fehlende Zähne) als die gesamte Altersgruppe der älteren Senioren. Während lediglich ein Drittel der 75- bis 100-Jährigen keine eigenen Zähne mehr hat, ist heute jeder Zweite der Menschen ­mit Pflegebedarf ­in­ dieser­ Altersgruppe zahnlos.

Die verbleibenden eigenen Zähne sind oft weniger funktionstüchtig und weisen auch einen erhöhten Behandlungsbedarf auf. 

Auffällig ­ist ­zudem, dass pflegebedürftige ­ältere Senioren zwar prothetisch versorgt sind, im­ Vergleich­ aber­ häufiger ­über­ einen herausnehmbaren Zahnersatz verfügen. Dies ist beim Betreuungsaufwand­ für ­pflegende Angehörige ­und­ Pflegende­ besonders ­zu­ beachten.

Eingeschränkte Handlungsfähigkeit von Menschen mit Pflegebedarf

Mit­ zunehmender­ Pflegebedürftigkeit­ sind­ ältere Menschen weniger belastbar – das gilt auch für die zahnmedizinische Versorgung. Die drei Kriterien, die die sogenannte “zahnmedizinisch funktionelle Kapazität” ausmachen, nehmen stark ab: Die Therapiefähigkeit sinkt, die Mundhygienefähigkeit nimmt ab und die Eigenverantwortung, z.B. bei der Vereinbarung und der Einhaltung eines Zahnarzttermins, ist in hohem Maße eingeschränkt. Nur noch 17,5 Prozent der Menschen­ mit­ Pflegebedarf können ­uneingeschränkt zahnmedizinisch behandelt werden. 

Prognose_Behandlungsbedarf

Verminderte Mundhygienefähigkeit

29,8 ­Prozent­ der­ Menschen­ mit ­Pflegebedarf ­können­ sich­ nicht ­mehr ­selbst ­um­ die­ Pflege­ ihrer Zähne und Zahnprothesen kümmern und benötigen Hilfe bei der täglichen Mundhygiene. 

Verminderte Eigenverantwortung

60­ Prozent­ der­ Menschen­ mit­ Pflege­bedarf­ sind nicht mehr in der Lage, eigenständig einen Zahnarzttermin zu organisieren und selbstständig eine Praxis aufzusuchen.
Dafür benötigen Sie Unterstützung.
Mit­ dem­ Anstieg­ der­ Pflegebedürftigkeit ­wächst auch die Anforderung an eine zahnmedizinische Therapiestrategie. Diese sollte den besonderen­ Ansprüchen  der  Menschen ­mit­ Pflegebedarf bei der vorbeugenden und zahnärztlichen Versorgung sowie bei der Unterstützung beim Erhalt­ ihrer Mundgesundheit­ durch­ die­ pflegenden Personen Rechnung tragen. 

Quelle: Menschen mit Pflegebedarf • Besondere Herausforderung für die zahnmedizinische Versorgung / Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V)

Die Initiative DGPMP

Die Deutsche Gesellschaft für präventive Mundhygiene in der Pflege (DGPMP) ist eine Initiative von dental-specialist.de, die für die immense Bedeutung der optimalen Mundhygiene bis ins hohe Alter, vor allem jedoch in der Pflege und bei Menschen mit Beeinträchtigung sensibilisieren und darüber aufklären möchte.
Insbesondere geht es hierbei darum, bei den zahlreichen Betroffenen eine eine Förderung ihres Wohlbefindens sowie eine damit verbundene Steigerung ihrer Lebensqualität zu erreichen.

Es wird zunehmend erkannt, welchen Einfluss eine gesunde Mundhöhle auf die gesamte Gesundheit der Betroffenen haben kann.
Durch Kooperationen mit renommierten Fachleuten, Unternehmen und den Betroffenen selbst möchten wir dabei unterstützen, die Möglichkeiten der präventiven Mundhygiene zu verbessern und bedarfsorientierter aber auch effizienter zu gestalten.

Was treibt uns an

Nach unserer Ansicht ist die Mundhygiene in der Pflege auf einem nahezu unfortschrittlichen Ist-Zustand stehen geblieben. Besonder deutlich wir dies, wenn man sich die teils sehr abenteuerlichen Hilfsmittel anschaut, die für die Mundhygiene in der Pflege empfohlen und sogar verwendet werden.
Wer sich gedanklich einmal in die Situation versetzen möchte, auf die Mundpflege durch Dritte angewiesen zu sein, dem wird sehr schnell klar, wie vertrauensvoll dieser pflegerische Eingriff in einen höchstpersönlichen Lebensbereich in Wirklichkeit ist.
Deswegen halten wir es für immens wichtig, dieses Vertrauen optimal erfüllen zu können. Optimal heisst best möglich. Um bei der Mundhygiene in der Pflege jedoch best möglich arbeiten zu können, muss man über den Tellerrand des Bisherigen hinausschauen. Man sollte seine Erfahrungen dort einbringen, wo neue Technologien entwickelt werden. Das tun wir seit 2017 sehr erfolgreich.

Sensibilisierung

Im Rahmen der Mundhygiene in der Pflege ist es von Bedeutung, professionell Pflegende und pflegende Angehörige zu sensibilisieren und im Umgang mit wirkungsvollen Technologien zu schulen. Das heisst Mundhygiene in der Pflege zu einem konkreten Auftrag zu machen.
Deswegen haben wir in Zusammenarbeit mit dem Europäischen Kompetenzzentrum für Barrierfreiheit e.V. das Weiterbildungsmodul des/der zertifizierte/n Mundhygienebeauftragte/n geschaffen.

Unsere Vision ist es, dass das Thema Mundhygiene in der Pflege an Bedeutung, an Behandlungsmöglichkeiten und an Effizienz gewinnt.

Barrierefreie Zahnartzpraxis 2030

Um die Behandlungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigung zu optimieren, möchten wir gemeinsam mit dem Europäischen Kompetenzzentrum für Barrierefreiheit Zahnärzte dabei unterstützen, Teil eines in Zukunft barrierefreien Behandlungsnetzwerkes zu werden:
PROJEKT BARREIEREFREIE ZAHNARZTPRAXIS 2030

Barrierefreiheit bedeutet Lebensqualität. Um diese umzusetzen, benötigen wir eine barrierefreie, in sich geschlossene und branchenübergreifende Service- und Infrastrukturkette. Diesen Weg wollen wir gemeinsam mit den fortschrittlichsten Praxen in Deutschland und Europa gestalten.
Der BPASS® ist das erste System in Europa, welches diesen Weg gesamtgesellschaftlich vom kleinen Kind bis zum Greis mit dem 360° Grad Blick ohne tote Winkel ermöglicht. Hierfür wurde der BPASS® national und international für seine Innovationskraft und Nachhaltigkeit ausgezeichnet.    

Jeder Praxis bieten wir an, sich durch unsere Experten, die ihr Wissen bereits seit Jahren der Bundesregierung zur Verfügung stellen, in einem kostenlosen Erstgespräch beraten zu lassen.

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